Monitoring Bakterienbefall in wässrigen Dispersionen, Teil 2

Im ersten Teil wurde über Massnahmen zur Minimierung der Verkeimungsgefahr und über eine zeitintensive Bestimmungsmethode geschrieben. In diesem Teil berichten wir über einen schnellere Test zur Bestimmung des ATP-Gehalts.


Atp Gehalt 2

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Emerell wurde auf die Firma LUMINULTRA und ihrem Test zur Bestimmung des Adenosintriphosphat-Gehalts (kurz ATP) aufmerksam. Diese schnellere Bestimmungsmethode für Bakterienbefall wird aktuell getestet.

ATP-Bestimmung:

Beim ATP handelt es sich um den Brennstoff der Zellen. Das ATP beliefert die Zellen von Menschen und Tieren, sowie auch jene von Bakterien (Einzeller), mit Energie.

Eine lebende Bakterie enthält ATP im inneren der Zelle. Bei einer toten Bakterie hat das ATP bereits die Zelle verlassen und liegt in der Probe offen vor. Hier setzt der LUMINULTRA-Test an: durch die Zugabe einer speziellen Substanz in die Probe wird das ATP biochemisch abgebaut; bei dieser chemischen Reaktion wird Licht ausgesendet (Chemilumineszenz). Dieses Licht kann nun in einem Photometer gemessen werden.

Im ersten Schritt der ATP-Bestimmung wird das Photometer mit einer Substanz von bekanntem ATP-Gehalt geeicht.

Im zweiten Schritt wird nun der Probe eine Substanz zugegeben, welche die Zellwände der lebenden Bakterien zerstört und deren ATP freisetzt. Nun kann im Photometer der ATP-Gehalt der lebenden und der toten Bakterien gemessen werden.

Im dritten Schritt wird nur der ATP-Gehalt der toten Bakterien im Photometer gemessen.

Mittels der drei so gewonnenen Messwerten kann aus dem Photometer der ATP-Gehalt der lebenden Bakterien errechnet werden (ATPlebend = ATPgesamt – ATPtot).

Da die Anzahl der Bakterien (Verkeimung) in der Eichsubstanz bekannt war, ist nun auch der Grad der Verkeimung der Probe bekannt. Aus Erfahrung lässt sich sagen, ob während der Haltbarkeit des Produktes eine Gefahr durch Bakterienwachstum bestehen könnte. Falls dies der Fall wäre, könnte in Absprache mit dem Kunden noch eine Nachkonservierung vor der Abfüllung vorgenommen werden.

 

Ihr Autor

Beat Thalmann

Process Engineering Manager Sempach Station

T +41 41 469 91 00
beat.thalmann@emerell.com

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